Gedenken an Dr. Anton Köchling
Zum 100. Geburtstag des früheren Landesverbandspräsidenten
1950 -1954 Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Recklinghausen-Land


Dr. Anton Köchling

Im Januar dieses Jahres hat sich der Geburtstag des früheren Landesverbandspräsidenten, Dr. Anton Köchling, zum hundertsten Mal gejährt. Rund 20 Jahre, von Juni 1959 bis 1978, stand er an der Spitze des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe. Während seiner Amtszeit erfuhr der Landesverband eine stete Aufwärtsentwicklung.
Dr. Köchling war ein engagierter Förderer der Rotkreuzarbeit, ob es nun beispielsweise um die Sozialarbeit, die Ausbildung, das Jugendrotkreuz, Fragen des Blutspendedienstes oder um die Vereinbarung mit dem Land Nordrhein-Westfalen über die Mitwirkung im Katastrophenschutz ging. In seine Amtszeit fiel auch der Bau des Rotkreuz-Zentrums Münster, zu dem die Landesgeschäftsstelle, das Blutspendeinstitut, die Landesschule "Bernhard Salzmann", die DRK-Beschaffungsstelle - und bis vor kurzem noch das Studentenwohnheim "Henry Dunant" - gehören.

Als er aus dem Amt ausschied würdigten ihn namhafte Persönlichkeiten, so der frühere DRK-Präsident, Staatssekretär a.D. Walter Bargatzky, der ehemalige Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Burkhard Hirsch, und sein Amtsnachfolger als Präsident des DRK-Landesverbandes, Dr. Egbert Möcklinghoff, als eine Persönlichkeit, die sich bemerkenswerte Verdienste um das Rote Kreuz in Westfalen-Lippe und weit darüber hinaus erworben hat.

Dr. Köchling, geboren am 3. Januar 1903 in Paderborn, studierte an den Universitäten Köln und München Rechts- und Staatswissenschaft. 1925 bestand er beim Oberlandesgericht in Köln di erste juristische Staatsprüfung und promovierte im Juli 1926 zum Dr. jur. Im gleichen Jahr wurde er Regierungsreferendar, drei Jahre später Regierungsassessor. 1948 wurde Dr. Köchling zum Präsidenten des Landkreistages von Nordrhein-Westfalen bestellt. Seit August 1950 stand er als Oberkreisdirektor an der Spitze der Verwaltung des damals größten Landkreises im Bundesgebiet, in Recklinghausen, wo er auch den DRK-Kreisverband Recklinghausen-Land von 1950 bis 1954 als Vorsitzender leitete. Durch Beschluss der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe wurde er am 29. März 1954 als Nachfolger des Landeshauptmanns Dr. h. c. Bernhard Salzmann zum Direktor des Landschaftsverbandes berufen.

Aufgrund seiner vielfältigen Verdienste erfuhr Dr. Köchling zahlreiche Auszeichnungen. So war er u.a. Träger des DRK-Ehrenzeichens, Träger der Verdienstmedaille des Landesverbandes Westfalen-Lippe sowie Ritter des Päpstlichen Verdienstordens St. Gregorius des Großen. Wegen seiner Verdienste um die deutsch-belgischen Beziehungen zeichnete ihn die belgische Regierung 1962 mit dem Orden "Kommandeur des Ordens Leopold II" aus. Für seine "menschlich-korrekte Haltung gegenüber der französischen Bevölkerung während des zweiten Weltkriegs und für seine Verdienste um die deutsch-französische Verständigung nach dem Kriege" wurde ihm 1966 durch die französische Regierung das Kommandeurkreuz "Ordre National du Mérite" verliehen. Dr. Anton Köchling verstarb am 18. März 1990

Text/Foto: IDEE+TAT, Ausgabe Februar 2003, Seite 10