Hinweis zum Thema Sachspenden

 

 

Das Deutsche Rote Kreuz nimmt bei internationalen Katastrophenhilfen aus folgenden Gründen keine Sachspenden an:

Die Transportkosten übersteigen den Wert der gesammelten Güter oftmals um ein vielfaches. Das Chartern einer Frachtmaschine kostet beispielsweise ca. 100.000 Euro. Für dieses Geld kann man die benötigten Hilfsgüter vor Ort einkaufen. Dies spart Spendenmittel, einen zeitaufreibenden Transport, hilft der regionalen Wirtschaft und berücksichtigt die örtlichen Kosumgewohnheiten. Geld kann sofort transferiert werden.

Häufig können Sachspenden aufgrund logistischer Kapazitätsprobleme, aber auch wegen zerstörter Infrastrukturen nur schwer oder gar nicht zur Verteilung gebracht werden.

Sämtliche Hilfsgüter können vor Ort beschafft werden. Mit der Anschaffung von Gütern in großen Posten auf dem lokalen Markt wird die Hilfe effektiver, schneller und ist an die lokalen Bedürfnisse und kulturellen Bedingungen angepasst.

Sachspenden müssen eingesammelt, gelagert, gereinigt (Hygiene-Vorschriften) und transportiert werden. Darüber hinaus müssen der spezielle Bedarf ermittelt und die Güter dementsprechend verteilt werden. Alleine der Kosten- und Zeitaufwand für die Koordinierung von Sachspenden steht in keinem gerechtfertigten Verhältnis zu deren Nutzen.

Aus Erfahrung besteht für viele der angebotenen Sachspenden kein Bedarf – besonders in einer aktuellen Situation, wo die Betroffenen mit dem Verlust ihrer Angehörigen und der Versorgung der Verletzten zu kämpfen haben, noch nicht.

Die Lagerung und den Transport von Sachspenden kann das DRK nicht übernehmen, weil diese sehr teuer sind und vorhandene finanzielle Kapazitäten für weitere Hilfsgüter benötigt werden.

Eine seriöse Bestandsaufnahme, was alles wirklich gebraucht wird, ist in einer aktuellen Katastrophensituation, wo das Chaos vor Ort nach wie vor groß ist, gar nicht möglich. Zu gegebenem Zeitpunkt wird unser Partner, die nationale Rotkreuz-/Rothalbmondgesellschaft mitteilen, womit das DRK am besten helfen kann. Sämtliche Hilfsgüter werden nur auf Anfrage der nationalen Rotkreuz-/Rothalbmondgesellschaft hin beschafft, die als nationale Hilfsgesellschaft, alle Maßnahmen vor Ort koordiniert.

Vor allem was Kleidung (speziell für Frauen) betrifft, so ist in einem islamischen Land den kulturellen und religiösen Gegebenheiten unbedingt Rechnung zu tragen. Auch dies kann am besten durch lokale Einkäufe erreicht werden.